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026: Puros--Swakopmund--Namib-Naukluft Nationalpark


18.11.18

 

Wir starten zu unserer Tour durch die Trockenflusstäler des Hoanib und Hoarusib bis nach Puros. Wenn es keine besonderen Umstände gibt, sollte das in einem Tag zu schaffen sein. So war es jedenfalls 2012, bei unserer ersten Tour.

 

Ca. 150 KM

 

Diese Gegend ist deshalb interessant, weil es die Chance gibt, auf die hier lebenden Wüstenelefanten zu treffen.

Für den Einstieg in den Hoanib folgen wir dem Hinweisschild zum Elephant Song Camp, das an der Strecke liegt.

Durch den Powderdust wirbeln wir mächtig Staub auf.

 

Nach ein paar Kilometern stehen wir vor einem Tor. Die Fahrt durch die Palmwag Consession Area kostet Eintritt. 300.-Namibia-Dollar wollen sie haben, fast 20.-€. Wir verhandeln und die Jungs sind mit 200.-NAD zufrieden.

Die Berge rücken immer mehr zusammen, bis man schliesslich die engste Stelle erreicht. Hier muss alles durch was auf die andere Seite des Canyon will. Das Wasser des Hoanib, die Wüstenelefanten, die Touristen…

Es ging schneller als wir uns erträumt hatten. Plötzlich taucht ein Wüstenelefant aus dem Grün entlang der Piste auf. Und noch einer, und noch einer…sie wandern alle unter den grossen schattigen Ana-Baum. Wir beobachten aus sicherer Entfernung, fahren später vorsichtig an ihnen vorbei.

WOW!!!

Eine weitere Herde von Wüstenelefanten lässt nicht lange auf sich warten. Ist das hier immer so oder haben wir einfach viel Glück?

 

An den Ansammlungen von Treibholz kann man erahnen, dass hier ordentliche Wassermassen unterwegs sein können. Dann fährt hier keiner mehr durchs Flussbett.

 

Im Moment ist das Fahren hier problemlos und macht uns richtig Spass.

In der Nähe des Mudorib Wasserlochs treffen wir diesen Oryx und noch einen Elefantenbullen.

Der weitere Verlauf der Strecke führt um die 60 Kilometer nach Nordwesten über eine Hochebene bis wir das Tal des Hoarusib erreichen.

Auf den topfebenen guten Abschnitten steht die Tachonadel schon mal bei 90 km/h.

 

Der Hoarusib hat noch etwas Wasser. Auch hier ist es ein ausgesprochenes Vergnügen durch diese Landschaft zu kurven.

 

Nahe Puros wird das Flussbett breiter und sandiger, Wasser gibt es keines mehr hier. Allrad und Untersetzung zuschalten, und los geht’s.

Blos nicht wieder festfahren so kurz vor Feierabend.

Wir folgen einer ausgefahrenen Spur Richtung der Uferböschung, wo die Campsite liegen muss. Da sehen wir zwei Camper sitzen und pfeifen mit Vollgas die nächste Schneise in der Uferböschung hoch, stehen direkt auf der Campsite.

 

Es ist aber nicht die Campsite die wir aus 2012 kennen, die liegt wenige Kilometer weiter, sondern eine neuere mit dem Namen Omenje. Ein sympathischer Platz, der vom sehr freundlichen Chips geleitet wird.

 

Einstimmiger Beschluss, hier bleiben wir für 2 Nächte.

 

Wir erinnern uns:

als wir Ende März hier waren, führte der Hoarusib Wasser. Ein Safari-Fahrzeug zeigte uns damals die Furt, wo wir den Fluss queren konnten.

Die zuvor beschriebene Tour wäre im März nicht möglich gewesen.


19.11.18

 

Puros ist ein sehr schlichter Ort in der Wüste. Es gibt nicht viel hier, auch kein Stromnetz. Alles einfachste Verhältnisse.

In unserem Reisegepäck lagert immer noch ein Rest der Brillen, die das Team von Pippig’s Brillen gesammelt hatte.

An dieser Stelle ein grosses Dankeschön dafür an das Team, und natürlich an Jörg.

 

Einfach nach Puros fahren und dort die Brillen irgendjemanden anbieten ist vielleicht nicht so ideal. Chips bietet an, uns zu begleiten. Er führt uns zu den Familien die er kennt.

Wir fahren über das weglose Gebiet von Puros zu verschiedenen Hütten. Chips stellt uns jeweils vor. Wir sind herzlich willkommen.

 

Gaby bietet den Leuten die passenden Brillen an, auch Modelle für die Kinder sind dabei.

Es wird gelacht und geschäkert, die Brillen wandern von einer Nase auf die Nächste und wieder zurück, bis jeder sein Wunschmodell hat.

Den Älteren erklärt Gaby den Umgang mit einer Lesebrille.

 

In Puros leben überwiegend Herero. Die Frauen tragen selbst im Alltag ihre traditionelle Kleidung.

 

Normalerweise muss gefragt werden bevor Fotos gemacht werden. Manche Herero-Frauen wollen auch Geld dafür, sind stinksauer, wenn du versuchst sie heimlich zu knipsen

Hier wurden wir aufgefordert Fotos zu machen…ja gerne!

 

Die Herero-Dame in gelb hat gebeten mit den Fotos zu warten. Sie wollte sich erst noch umziehen und ihr schönstes Kleid tragen.

 

Ein wahres Fest für den, der gerne fotografiert...und möglicherweise auch für den Betrachter

Auf der Rückfahrt sehen wir noch ein Mädchen mit weisser Haut (Albino). Ihr fehlen die dunklen Farbpigmente zum Schutz vor der Sonne.

Ihre Augen sind besonders empfindlich, und gerade sie bräuchte dringend eine gute Sonnenbrille. Die Brillen sind jetzt alle verteilt. Mensch, das ärgert uns.

 

Zurück auf dem Camp fällt Gaby ein, dass wir irgendwo noch eine Gletscherbrille haben müssten. Das wäre genau das Richtige für dieses Mädchen. Und tatsächlich, wir finden diese Gletscherbrille. Gaby schnappt  noch ein Hemd mit besonders hohem UV-Schutz aus ihrer Reisetasche, könnte dem Mädchen passen.

 

Chips verspricht, dass er beides zu dem Mädchen mit der hellen Haut bringen wird.

 

Morgen hat Gaby übrigens Geburtstag. Blöd, dass ich noch kein Geschenk für sie habe. Aber Chips bietet an seiner Hütte ein paar Souvenirs an. Auch die mit feiner Schnitzerei verzierten Makalani-Nüsse. Jawoll, das passt, einmal mit Giraffe und einmal mit Elefant, der Geburtstag ist gerettet.


20.11.18

 

Happy Birthday liebe Gaby…aber wir müssen weiter. Das Geschenk wird überreicht, gefeiert wird später.

 

Heute soll es bis Khorixas gehen. Ein strammer Ritt über Gravel Roads.

 

Ca. 380 KM

 

Die D3707 führt bis nach Sesfontein, dann die C43 bis Palmwag, und die C39 nach Khorixas.

In Palmwag müssen wir wieder durch die Veterinär-Kontrolle. Der Kontrolleur nimmt es ziemlich genau. Lässt den Kühlschrank öffnen und die Tür zur Kabine. Keine Beanstandungen.

In Khorixas entscheiden wir uns für das Khorixas Rest Camp.

Über den Preis für die Nacht müssen wir verhandeln. Bisschen teuer hier. Die Karte „Gaby hat Geburtstag heute“ bringt einen Rabatt von 100.-NAD.

 

Idealerweise gibt es auch ein Restaurant. Grillbuffet steht auf der Speisekarte. Perfekt um Gabys Geburtstag zu zelebrieren.

Unser Tisch war mit einem Sträusschen geschmückt, die Bedienung hat ein „Happy Birthday“ geträllert. Wir haben geschlemmt wie Götz in Frankreich 😊.

 

Am Nachbartisch sitzt ein Paar aus Holland. Nach dem Essen bitten sie uns an ihren Tisch.

 

Die nette Unterhaltung setzen wir fort auf dem Camp-Platz. Der richtige Zeitpunkt die Flasche Sekt zu köpfen. Unsere direkten Nachbarn waren sicher nicht so begeistert über die gesellige Runde bis kurz vor Mitternacht.


21.11.18

 

Die Fahrt geht weiter auf der C35 durch das Damaraland mit seinen typischen Verkaufsständen am Strassenrand, vorbei am Brandberg.

 

Swakopmund soll die nächste Station sein.

 

Ca. 320 KM

 

Die Nähe zur Küste kündigt sich durch das Wolkenband an.

2012 konnten wir hier in der Gegend die Filmaufnahmen zum Mad Max Film „Fury Road“ beobachten.

 

Bei Hentiesbay sehen wir wieder den Atlantik, fahren weiter an der Küste entlang bis Swakopmund.

Ein Wrack von vielen an der Skelettküste.

Der Kutter „Zeila“ ist 2008 südlich von Hentiesbay gestrandet.

Der rauhe 500 Kilometer lange Küstenabschnitt, zwischen Swakopmund und dem Kunene im Norden, soll der grösste Schiffsfriedhof der Welt sein.

 

Weihnachten scheint nicht mehr weit zu sein. Von Zuhause erhalten wir Fotos aus der Weihnachtsbäckerei von Christine und Benny.

Das sieht ausgesprochen lecker aus. Unter diesen Umständen kommen wir dann doch zurück 😊

 

Auf unserem Navi taucht lustigerweise zur gleichen Zeit die Christmas Bay auf.

In Swakopmund muss es wieder das Alte Brücke Resort sein.

Der Platz ist gut belegt. Wir bekommen einen ruhigen Randplatz zugeteilt.

Gut, dann gleich 2 Nächte. Die Abende sind kühl, aber tagsüber scheint überwiegend die Sonne und es ist angenehm warm. Das ist nicht selbstverständlich in Swakop.


23.11.18

 

Wir wollen durch den Namib Naukluft Nationalpark fahren.

Der Plan:

ein paar Kilometer nach Walvish Bay biegen wir rechts ab auf die D1983. Entlang dem Kuiseb River bis Gobabeb. Dort abbiegen in nordöstliche Richtung bis zur C14. Übernachten wollen wir in der Nähe des Kuiseb Canyon.

 

Ca. 200 KM

 

Bevor wir starten gibt es heute Frühstück in der Bäckerei Raith.

Auf dem Weg nach Walvis Bay wird typische Wüsten-Action angeboten.

Wir haben Walvis Bay gerade auf der C14 verlassen, da sehen wir rechts eine Lagune mit unzähligen Flamingos.

„Komm, wir drehen um und schauen ob man da irgendwie hinkommt“.

Ein einspuriger Weg führt zu der Lagune, ein Auto steht auch dort. Scheint problemlos möglich zu sein.

 

Als wir auf den Weg abgebogen sind, kommt das Auto auf uns zu, das an der Lagune stand. Ein SUV. Wir halten beide an, fahren beide wieder gleichzeitig los. So typisch wie man das kennt. Der Gegenverkehr weicht keinen Zentimeter von der Spur ab. Ohne zu überlegen will ich mal locker rechts an ihm vorbei. Der Untergrund sieht ganz normal aus dort.

Von wegen normal…

Kaum sind wir von der Spur runter, neigt sich der Bushcamper zur Seite und sitzt gnadenlos fest. Was war das ???

 

Die Fahrertür lässt sich gerade noch öffnen. Wo ist das rechte Hinterrad? Es hat sich komplett in den Untergrund gegraben. Das ganze Auto sitzt auf dem Unterboden auf. Sieht nicht gut aus, und vor allem nach viel Arbeit.

 

Der Fahrer des SUV gibt mir Ratschläge was ich tun soll. Er signalisiert, dass er keine Zeit hat. Während ich anfange zu schaufeln frage ich den Spassvogel, ob er mir nicht helfen wolle das Auto rauszuziehen. Aber er will sich tatsächlich vom Acker machen.

 

Gleichzeitig kommt ein Landcruiser Pickup angefahren. Der „Spassvogel“ steht immer noch auf dem einspurigen Weg. Der Landcruiser will links an ihm vorbei, tut also das Gleiche wie wir.

Das sind Locals, die sollten wissen was sie hier tun… Zu spät. Er sitzt ebenfalls fest, glücklicherweise nicht ganz so tief wie wir.

 

Das ist nun wirklich eine absurde Situation.

Die zwei Jungs sind hierher gefahren, weil sie uns von der Strasse aus beobachtet haben, und wollten helfen. Respekt!

 

Jetzt muss sich der „Spassvogel“ doch die Zeit nehmen, den Landcruiser mit unserem Bergegurt auf den Weg zurück zu ziehen.

Gut, dass wir einen vernünftigen Bergegurt dabei haben.

 

Danach besprechen wir, wie der Bushcamper zu bergen ist. Erstmal Luft ablassen, dann eine Spur frei schaufeln und mit Steinen auslegen. Der Hügel vor uns muss auch noch abgetragen werden. Dann an den Landcruiser hängen, und hoffen, dass er es schafft uns aus dem feuchten Sand zu ziehen.

 

Nach viel schaufeln und mehreren Versuchen hat er es glücklicherweise geschafft. Mann, das war ja ein Ding. Unglaublich!

Als Dankeschön holen wir einen Sixpack Windhoek Draught aus dem Keller. Ohne die Beiden hätten wir stundenlang geackert.

 

Die Flamingos konnten wir nur noch beim Abflug fotografieren.

Nach der spannenden Aktion setzen wir die Fahrt fort wie geplant.

Das grün eingerahmte Trocken-Flussbett des Kuiseb River liegt unmittelbar vor den Dünen der Namib.

 

Der kleine Ort Gobabeb hat sogar einen Car-Wash ???

 

An der Forschungsstation Gobabeb biegen wir ab nach Nordosten. Die Piste ist teilweise nerviges Wellblech.

 

Wie überlebt ein einzelner Baum in der Wüste ?

 

Wieder überqueren wir den Tropic of Capricorn (Wendekreis des Steinbocks).

 

In der Ferne ziehen Bergzebras durch die karge Landschaft.

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